Zeitgeschichte hautnah erleben

Von Berlin gingen nicht immer positive Impulse aus. Der Erste und Zweite Weltkrieg nahmen hier ihren Anfang, die Judenverfolgung wurde von dieser Stadt aus gesteuert und die Berliner Mauer hat sich als mahnendes Symbol für die Trennung von Völkern in das Bewusstsein der Menschen eingebrannt. Viele interessante Museen zeigen, welche Narben diese Ereignisse in der Stadt hinterlassen haben.

Einen umfassenden Überblick über die deutsche Geschichte erhält der Interessierte im Deutschen Historischen Museum. Der Publikumsmagnet zeigt eine Dauerausstellung unter dem Titel „Deutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen“, welche mit über 8.000 Exponaten die spannende Geschichte der Deutschen lebendig vermittelt. Das Museum ist im einzigartigen barocken Zeughaus in der Straße „Unter den Linden“ untergebracht und verfügt über einen modernen Anbau des Architekten I.M. Pei aus Glas und Stahl, in dem Sonderausstellungen zum Verweilen einladen.

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Über den dunkelsten Teil deutscher Geschichte berichtet die Ausstellung „Topografie des Terrors“ in der Niederkirchnerstraße. Hier befanden sich das Reichssicherheitshauptamt und die Zentrale der Gestapo. Die meisten Verbrechen des Nazi-Regimes wurden zwischen 1933 und 1945 von hier aus geplant und die Dokumentationsstätte über NS-Verbrechen zeigt, welches Leid von hier ausging. Auch die Verfolgung und Vernichtung der Juden wurde an diesem Ort geplant. Nicht zuletzt deshalb wurde die zentrale europäische Gedenkstätte der Judenverfolgung als Ort des Gedenkens in Berlin errichtet. Auf 19.000 Quadratmetern laden die 2.711 Stelen des Kunstwerkes von Peter Eisenmann zum Innehalten ein und lassen den Besucher erahnen, wie verloren sich die verfolgten Juden in dieser tristen Zeit fühlten.

Das Jüdische Museum in Berlin zeigt jedoch in hervorragender Weise, dass die Geschichte des jüdischen und deutschen Volkes untrennbar miteinander verbunden ist. Auf rund 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigt der 2001 eingeweihte spektakuläre Bau von Daniel Liebeskind Zeugnisse des deutsch-jüdischen Lebens in 13 Epochenbildern vom Mittelalter bis in die Gegenwart.

Über eine andere Epoche von Gewalt und Schrecken informiert die „Gedenkstätte Berliner Mauer“ in der Bernauer Straße. Das Mahnmal erinnert an das Leid der Menschen, die durch die Berliner Mauer getrennt waren und an die vielen Toten, die an diesem menschenverachtenden Bauwerk zu Tode kamen. Auch in der Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen können sich Geschichtsinteressierte in dem ehemaligen Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit einen Eindruck über menschliche Grausamkeit verschaffen.

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