Siegessäule

Die Siegessäule mit der krönenden Figur der Viktoria ist eines der markantesten Wahrzeichen von Berlin und steht heute unter Denkmalschutz; das Monument befindet sich mitten im Tiergarten auf dem zentralen Platz des Großen Sterns, wo sich vier Straßen treffen (Straße des 17. Juni, Spreeweg, Altonaer Straße, Hofjägerallee). Der Mittelplatz innerhalb des Kreisverkehrs kann über einen Fußgängertunnel unterhalb der Fahrbahnen erreicht werden; der Zugang zu diesem Tunnel erfolgt über vier Torhäuser, die 1941 im neoklassizistischen Stil nach Entwürfen von Johannes Huntemüller erbaut wurden. Der Auftraggeber für den Bau des Denkmals als Erinnerung an den Sieg gegen Dänemark im Jahr 1864 war Kaiser Wilhelm I.; durch zwei weitere erfolgreiche Kriege gegen Österreich (1866) und Frankreich (1870/71) erklärte man die Siegessäule mit den ursprünglich drei Segmenten zum Symbol der „Einigungskriege“ und zum Nationaldenkmal. In den Jahren 1864-73 wurde das Bauwerk nach Plänen von Heinrich Strack errichtet und am 2. September 1873 (Sedanstag) feierlich eingeweiht.

Die Siegessäule erreicht insgesamt eine Höhe von 66,89 m, sie ruht auf einem rechteckigen Steinpodest aus poliertem, roten Granit; die Seitenflächen des Unterbaus sind mit vier Bronzereliefs von Berliner Bildhauern (Alexander Calandrelli, Karl Keil, Moritz Schulz, Albert Wolff) verziert. Auf dem Sockel wurden drei konisch verlaufende Säulentrommeln aus Oberkirchener Sandstein aufgesetzt; in den äußeren Kannellierungen der unteren drei Segmente sind Geschützrohre enthalten, die ein Beutegut aus den Kriegen darstellen. In den Jahren 1938/39 erfolgte der Aufbau des vierten Rings; dieser Säulenabschnitt wurde anstelle von Kanonenrohren mit vergoldeten Girlanden versehen. Den Fuß der Säule umgibt eine auf dem Podest errichtete Säulenhalle, die an der Innenwand ein Glasmosaik enthält; dieses Kunstwerk ist ein Entwurf des Malers Anton von Werner, ausgeführt wurden die Arbeiten durch die Firma Antonio Salviati. Gekrönt wird die Siegessäule durch eine Bronzeskulptur mit Lorbeerkranz, adlergeschmücktem Helm und Feldzeichen mit Eisernem Kreuz; sie stellt die geflügelte Siegesgöttin Viktoria aus der römischen Mythologie dar, durch den Adlerhelm sind auch Vergleiche mit „Borussia“, der Personifikation Preußens, möglich. Die Skulptur wurde von Friedrich Drake entworfen, wobei seine Tochter Margarethe Modell stand; der Guss der 35 Tonnen schweren und 8,30 m hohen Bronzefigur erfolgte durch den Berliner Bildgießer Hermann Gladenbeck. Aufgrund ihrer glänzenden Vergoldung (ca. 1 kg Blattgold) erhielt die Figur der Viktoria im Volksmund sehr bald die Bezeichnung „Goldelse“. Das Innere der Siegessäule ist begehbar, eine Wendeltreppe mit 285 Stufen führt zu einer Aussichtsplattform in 50 m Höhe.

Der ursprüngliche Standort des früher dreistöckigen Denkmals war der Königsplatz, der heute Platz der Republik heißt; entsprechend den Plänen des Architekten Albert Speer wurde die Siegessäule 1938/39 an den Großen Stern verschoben und gleichzeitig um den obersten Säulenabschnitt erhöht. Das Denkmal überstand den Zweiten Weltkrieg ohne Schaden, es sollte jedoch auf Antrag der französischen Alliierten 1945 gesprengt werden. Der Stichtag, der über Erhalt oder Sprengung solcher Bauwerke entschied, war der 1. August 1914; da die Siegessäule aber vorher errichtet worden war, blieb sie vom Abriss verschont, lediglich die Bronzereliefs mit den Kriegsszenen wurden nach Paris gebracht. Im Rahmen einer umfassenden Restaurierung wurden diese Stücke wieder angebracht, wodurch die Siegessäule seit 1989 wieder ihr früheres Aussehen erhalten hat.

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