Lustgarten

Der Lustgarten in Berlin bietet für Einwohner und Touristen eine willkommene Auszeit aus dem hektischen Alltag. Durch die wunderschöne Grünanlage und historischen Bauwerken wie der Granitschale kann grenzenlos entspannt werden.

Erste Gartenanlage

Auf der Spreeinsel wurde im 13. Jahrhundert die Stadt Cölln errichtet, während 1442 eine Burg unter Kurfürst Friedrich II. errichtet worden war. Der nördliche Teil der Insel war damals eher sumpfig und diente wohl auch zu dieser Epoche als eine Art Garten. Erste Hinweise sind auf das Jahr 1471 zurückzuführen. Im Jahre 1573 wurde schließlich das Gelände als Nutz- und Küchengarten verwendet. Unter Kurfürst Johann Georg wurden Kräuter und Obstbäume gepflanzt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Anlage verwildert und teilweise stark zerstört.

Der Memhardt-Plan

Im Jahre 1645 wurde der Garten komplett neu umgestaltet. Als Vorlage dienten die niederländischen Gärten. Ein Jahr später wurde der Name Lustgarten vergeben. 1652 legte Johann Gregor Memhardt seinen „Memhardt-Plan“ vor, der in Sachen Aufbau und Struktur dem heutigen Garten sehr ähnlich sieht. Er errichtete das Lust- und Pomeranzenhaus.

Lennés Parkanlage

Im Jahre 1750 wurde der Berliner Dom endgültig fertiggestellt und schlussendlich eingeweiht. In den Folgejahren wurde der nördliche Teil der Spreeinsel langsam aber sicher in eine Museumsinsel verwandelt. Damals gestaltete Karl Friedrich Schinkel das Königliche Museum, welches heute als Altes Museum bekannt ist. Später bekam die Freitreppe des Museums eine 6,91 Meter große Granitschale spendiert. 1871 ersetzte das Reiterdenkmal von Friedrich Wilhelm II. die Fontäne.

Zweiter Weltkrieg und DDR

Während des zweiten Weltkrieges wurde der Lustgarten aufgrund von zahlreichen Luftangriffen zu 80 Prozent vernichtet. In den Jahren 1935 und 1936 diente der Garten als Parade- und Aufmarschplatz. Auch die damaligen Olympischen Spiele wurden auf dieser Anlage mit rund 60.000 Menschen willkommen geheißen. Zu den Zeiten der DDR wurde der gesamte Lustgarten aufgeräumt und wiederaufgebaut. Neben dem Alten Museum und dem Pergamonmuseum wurde auch der schwer beschädigte Berliner Dom neu errichtet. Die berüchtigte Granitschale bekam 1981 ihren Platz vor dem Alten Museum. Sie steht heute unter Denkmalschutz. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands in den 1990er Jahren wurde ein Wettbewerb für ein neus Konzept des Lustgartens veranstaltet. Die Umsetzung kostete schließlich 3,5 Millionen Euro. Im Jahre 2001 erhielt der Lustgarten den deutschen Landschaftsarchitektur-Preis.

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