Deutscher Dom am Gendarmenmarkt in Berlin

Der Dom, auf dem nördlichen Teil der Spreeinsel, ist die größte Kirche Berlins und stellt einen Ort der Einkehr und Ruhe im Herzen der Millionenstadt dar. Die Hauptkirche des preußischen Protestantismus gilt als Musterbeispiel wilhelminischer Architektur und zählt zu den bedeutendsten evangelischen Gotteshäusern Deutschlands.

Die Geschichte einer Kirche auf der Spreeinsel reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück, als die St.-Erasmus-Kapelle im Schloss des Kurfürsten zur Kollegialskirche erhoben wurde. Mitte des 18. Jahrhunderts ließ Friedrich der Große nach Plänen Karl-Friedrich-Schinkels einen barocken Dom erbauen. Die Pläne für einen weiteren Neubau kamen hundert Jahre später auf Grund fehlender finanzieller Mittel zum Erliegen. Im Jahre 1894 stimmte König Friedrich Wilhelm II. den Plänen Julius Raschdorffs zu und der Grundstein für die Errichtung des Berliner Doms war gelegt. In elf Jahren Bauzeit entstand der 114 Meter hohe imposante Kuppelbau im Stile der italienischen Hochrenaissance.

Nachdem bereits im Jahre 1940 die Altarfenster zerstört wurden, ließ eine Brandbombe 1944 den Berliner Dom zur Ruine werden. Nach Kriegsende brachte man eine Notbedachung an und hielt Gottesdienste im Gruftbereich ab. Mit Unterstützung der Evangelischen Kirche und der Deutschen Bundesregierung konnte im Jahre 1974 mit der Sanierung des Bauwerkes begonnen werden. 1980 konnte die Tauf- und Traukirche wieder ihrer Bestimmung übergeben werden. Die kleine, von einem Tonnengewölbe überspannte Kirche schmückt ein Altarbild Carl Begas d. Ä..
Seit 1989 ist es wieder möglich, das kaiserliche Treppenhaus vom Lustgarten aus zu betreten. Das Treppenhaus ist prachtvoll mit Marmor ausgestaltet und verfügt über zahlreiche Gemälde des Landschaftsmalers Albert Hertel.

Das Zentrum des Gotteshauses bildet die 1993 fertig gestellt Predigtkirche. Sie präsentiert sich in hellen Farben und mit reichen Verzierungen. Dazu zählen Reliefs der Apostelgeschichte, Mosaike der Evangelisten, sowie Standbilder der großen Reformatoren des evangelischen Glaubens, Luther, Zwingli, Melanchthon und Calvin. Der prächtige Marmoralter August Stülers stammt aus dem von Karl-Friedrich-Schinkel entworfenen Vorgängerbau.

Seit 1995 ist die Hohenzollerngruft wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Hier befinden sich mehr als 100 Sarkophage preußischer Fürsten und Könige des 16. bis 20. Jahrhunderts, darunter die letzten Ruhestätten des Großen Kurfürsten, Friedrich I. oder Friedrich Wilhelm II.. Im Dommuseum können Besucher die Entstehungsgeschichte des Bauwerkes anhand von Entwürfen und Modellen nachvollziehen. Besonders beeindruckend sind die maßstabgetreuen Innenraumgestaltungen der Predigtkirche, des Treppenhauses und der heute nicht mehr existierenden Denkmalskirche.

Der Berliner Dom ist Montags bis Samstags von 9 bis 20 Uhr geöffnet. An Sonn- und Feiertagen öffnet er seine Pforten zwischen 12 und 20 Uhr. In den Wintermonaten wird eine Stunde früher geschlossen. Im Eintrittspreis von fünf Euro sind die sechs mal täglich stattfindenden Führungen durch das Gotteshaus bereits inbegriffen.

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